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Hunger
nach einem Mann
Die
Besitzer der Finca hatten sich vor gut einer Woche auf einen mehrwöchigen
Trip nach Amerika begeben. Schon lange kümmerte ich mich als
so etwas wie das Mädchen für alles um das riesengroße
Grundstück. Haus, Garten, Park und Pool sorgten für genug
Arbeit. Während des Urlaubs der Besitzer sollte ich im Haus
wohnen und die Stellung halten.
Eines Abends schlugen die beiden Hunde an, die stets frei im gut
gesicherten und abgezäunten Gelände herumliefen. Ich merkte
es sofort, dass es ein freudiges Bellen war und dachte schon, dass
die Hausherren überraschend zurückgekommen waren.
Nein, es war die Tochter, die in Deutschland lebte. Sie war nach
Mallorca gekommen, obwohl sie wusste, dass die Eltern auf Reisen
waren. Fremd war mir Anett nicht. Während der letzten drei
Jahre hatte sie öfter für vierzehn Tage oder drei Wochen
die elterliche Finca besucht. Wir waren sogar schon per du.
Ich war noch gar nicht an der Haustür, da wummerte sie schon
von außen dagegen. Klar, ihr Schlüssel nützte ihr
gar nichts. Ich hatte bei Einbruch der Dunkelheit sie Sicherheitsverriegelung
geschlossen. Als sie vor mir stand, begrüßte sie mich
gar nicht richtig. Ich sah nur ihre traurigen Augen und hörte
sie beinahe wimmern: "Hunger und Durst!"
Ich begriff und führte sie zweckmäßigerweise gleich
in die Küche, wo ich ihr den offenen Kühlschrank zur Auswahl
präsentierte.
Nach dem dritten Glas von dem schweren Rotwein warnte ich sie. Sie
wischte nur mit der Hand durch die Luft und sagte, dass ihr alles
egal war. Gleich wurde mir klar, dass sie Kummer hatte und den sicher
bei mir abladen wollte. Ich erfuhr in wenigen Sätzen, dass
sie die Scheidung eingereicht hatte, weil sie ihren Mann im eigenen
Ehebett mit gleich zwei so geilen Kätzchen erwischt hatte.
So ganz nebenher erfuhr ich noch um fünf Ecken herum, dass
sie die Scheidung nicht nur wollte, weil er fremdgegangen war. Viel
mehr fühlte sie sich verschmäht, weil er immer seltener
mit ihr geschlafen hatte. Verdammt, sie erzählte plötzlich
Details.
Ungeniert verriet sie mir, dass es oft bei ihrem Mann nur für
einen Quickie gereicht hatte und sie es sich später, wenn er
schon schlief, selbst mit der Hand gemacht hatte. Das war ja ein
Thema vor dem Schlafengehen! Hätte Anett nicht noch ein viertes
und fünftes Glas Rotwein getrunken, wer weiß, vielleicht
hätte ich ihr meine Dienste angeboten. Ich wollte aber nicht,
dass sie am nächsten Tag denken konnte, ich hatte ihren Schwips
ausgenutzt.
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